Grundsätze

Der Verein Herdenschutzhunde Schweiz (HSH-CH) versteht unter dem «Herdenschutzhund» (HSH) ein kulturelles Erbe, welches sich mit der Domestikation von Schafen in den eurasischen Hirtenkulturen und mit der Präsenz von Grossraubtieren entwickelt hat. Wir sind davon überzeugt, dass es auch heute noch HSH gibt, bei denen die Fähigkeiten und Eigenschaften zum Schutz von Herden bewahrt wurden. Unsere Aufgabe ist es, diese Fähigkeiten zu erkennen und sie durch eine angepasste Leistungszucht zu erhalten und zu fördern. Eine Leistungszucht setzt eine genügend grosse Hundepopulation voraus, um eine genügende Selektion zu gewährleisten. HSH-CH vereinigt die ZüchterInnen, welche hinter diesen Grundsätzen stehen und diese auf ihren landwirtschaftlichen Betrieben umsetzen.

In der Schweiz stellen HSH kein kulturelles Erbe dar, denn über die Jahrhunderte hat sich bei uns eine Sennenkultur und keine Hirtenkultur etabliert. So sind auch unsere typischen Schweizer Hunderassen Appenzeller, Berner und Entlebucher Sennenhunde. Mit der Rückkehr des Wolfes vor rund 25 Jahren wurden in der Schweiz HSH aus unseren Nachbarländern Italien und Frankreich importiert: Pastore Abruzzese und Montagne des Pyrénées. Seit seiner Gründung im Jahre 2011 vereinigt HSH-CH ZüchterInnen und HalterInnen dieser beiden HSH-Rassen. Im Sinne einer Vorsichtsmassnahme werden diese beiden Rassen aktuell nicht gekreuzt.

HSH-CH ist davon überzeugt, dass wir mit der Leistungszucht HSH züchten können, welche keine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Aufgrund ihrer selbständigen Arbeitsweise, bei welcher sie mehrheitlich unbeaufsichtigt sind, besteht jedoch ein erhebliches Konfliktpotenzial. Die Lösung solcher Konflikte liegt nicht alleine im Hundeverhalten sondern bedarf den Miteinbezug von weiteren Stellen, welche ausserhalb des Vereins liegen.

Die Ziele und Aufgaben von HSH-CH sind in den Statuten festgehalten (Stand März 2019).